Über uns: Das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung e.V. i.L. an der Leibniz Universität Hannover (NIW)

Das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung e.V. i.L. an der Leibniz Universität Hannover (NIW) wurde 1981 als gemeinnütziges und unabhängiges Forschungsinstitut auf Initiative der Niedersächsischen Landesregierung gegründet. Im Juni 2016 wurde die Auflösung des Instituts beschlossen, nachdem die Landesregierung die Beendigung der institutionellen Förderung erklärt hatte. In den 35 Jahren seiner Tätigkeit waren die Beschreibung, Analyse und Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und seiner Regionen ein Schwerpunkt der Arbeit des NIW. Diese Schwerpunktsetzung war zugleich ein Alleinstellungsmerkmal und eine Besonderheit in der Ausrichtung des NIW im Vergleich zu den anderen Wirtschaftsforschungsinstituten in Deutschland. Daneben charakterisierte die Auseinandersetzung mit ökonomischen Fragestellungen von allgemeiner gesellschaftlicher Bedeutung auf international anerkanntem wissenschaftlichem Niveau die Forschungsarbeit des NIW.

Die konkreten Fragestellungen und wissenschaftlichen Herangehensweisen unterlagen in den vielen Jahren des Bestehens des Instituts einem vielfältigen Wandel und einer ständigen Weiterentwicklung. So trugen in besonderer Weise die stetigen Veränderungen in Europa und der Welt dazu bei, das sich allein aus der geographischen Lage Niedersachsens neue Herausforderungen und Chancen ergaben, die in den wirtschaftspolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden mussten und müssen. Hinzu kamen die Herausforderungen durch den demographischen Wandel, die Veränderungen und Handlungserfordernisse in allen Bereichen der Volkswirtschaft und in den Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft erfordern. Mit seiner Expertise trug das NIW dazu bei, politische Entscheidungen auf wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse gründen zu können. Hierdurch leistete es einen Beitrag für eine evidenzbasierte (Wirtschafts-)Politik, insbesondere in Niedersachsen und Deutschland.

Zugleich trug der Fortschritt in Wissenschaft und Forschung zu einer Erweiterung des Methodenspektrums und der Analyseverfahren bei. Die ständige Weiterentwicklung des Instituts im Hinblick auf eine Bereitstellung des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstands war daher die wesentliche Bestimmungsgröße für die Qualität des konkreten Analyse- und Beratungsangebots des NIW. Sie erforderte den wissenschaftlichen Austausch über die Grenzen Niedersachsens hinaus und holte so wirtschaftspolitisch relevante Expertise "von außen" ein.

Das NIW war seit dem Jahr 2010 durch einen Kooperationsvertrag eng mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (LUH) verbunden, aber kein Teil von ihr. Dieser Kooperationsvertrag bildete die Grundlage für die gemeinsame Berufung einer hauptamtlichen wissenschaftlichen Leitung als Direktor des NIW und Hochschullehrer der Universität und regelte die gemeinsamen Aktivitäten in der Forschung und Lehre. Ergänzend zu diesem Vertrag erteilte das Präsidium der Leibniz Universität Hannover mit Beschluss vom 05. Juni 2014 dem NIW die Befugnis, sich als "Institut an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität" zu bezeichnen. Dies unterstrich die enge und vertrauensvolle Kooperation von NIW und LUH sowie die hohe wissenschaftliche Qualität der Arbeit des Instituts.

Vom 1. Oktober 2011 bis 30. Juni 2016 leitete Prof. Dr. Stephan L. Thomsen das NIW. Stellvertretender Vorsitzender war zuletzt Prof. Dr. Sonning Bredemeier. Dem NIW war ein Kuratorium unter Vorsitz des Niedersächsischen Ministers für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Seite gestellt. Das NIW war Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute.


Tätigkeitsspektrum

Das Tätigkeitsspektrum des NIW als außeruniversitärer Forschungseinrichtung umfasste die folgenden fünf Dimensionen:

  1. Durchführung wissenschaftlicher Forschungsprojekte durch Zuwendungen Dritter und eigene Forschungsarbeiten,
  2. Wissenstransfer durch Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse an politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Akteure,
  3. Enge Kooperation mit anderen (wirtschafts-)wissenschaftlichen Forschungs- und Beratungseinrichtungen,
  4. Einbindung in fachliche Netzwerke, wissenschaftliche Vereinigungen und wirtschaftspolitische Beratungsgremien sowie
  5. Ausbildung und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Eine Grundlage der vor allem empirisch ausgerichteten volks- und regionalwirtschaftlichen Forschungs- und Beratungsleistungen des NIW waren sekundärstatistische Quellen. Hier verfügte das NIW über einen in Deutschland einzigartigen Datenbestand an Regional- und Strukturindikatoren. Darüber hinaus wurden eigene Befragungen auf Grundlage von Vollerhebungen oder Stichprobenziehungen und Expertengesprächen durchgeführt, um tiefergehende Einblicke z. B. in lokale und regionale Spezifika zu gewinnen.

Inhaltlich gliederte sich die Arbeit des NIW in fünf Forschungsbereiche: