Bildung, Qualifikation, Arbeitsmarkt und Demographischer Wandel

Bildung und Qualifizierung haben in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung für die individuellen Arbeitsmarktchancen, den Unternehmenserfolg sowie die regionale und gesamtwirtschaftliche Entwicklung gewonnen. Dazu haben insbesondere die internationale Arbeitsteilung, der technologische Fortschritt, der organisatorische Wandel sowie die vergangene Bildungsexpansion beigetragen.

In Niedersachsen wie auch bundesweit können dabei erhebliche regionale Unterschiede in der Beschäftigungsentwicklung festgestellt werden. Zusätzlich sorgt der demographische Wandel für erhebliche Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die bald rückläufigen Zahlen von Absolventen des Bildungssystems und von nachwachsenden Arbeitskräften werden von einem raschen Alterungsprozess der Belegschaften begleitet. Schon jetzt ist absehbar, dass sich die Unternehmen auf zunehmende Fachkräfteengpässe einstellen müssen, die primär auf langfristige Versäumnisse des Bildungs- und Ausbildungssystems zurückzuführen sind und durch die demographische Entwicklung zusätzlich verschärft werden. Weiterbildung kann dabei helfen, die individuelle, betriebliche und regionale Anpassungsfähigkeit zu erhöhen. Die Arbeiten des NIW berücksichtigen dazu insbesondere die unterschiedlichen Anforderungen einzelner Arbeitnehmergruppen.

Stark lokal ausgerichtete Unternehmen werden angesichts rückläufiger Bevölkerungszahlen zudem mit sinkenden Marktpotenzialen konfrontiert. Die eigenen, kontinuierlich weiterentwickelten Bevölkerungs- und Haushaltsprognosen des NIW dienen der Analyse der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und weiterer bevölkerungsbezogener Handlungsfelder von Unternehmen, Verbänden und Regionen. Die Analysen liefern wichtige Grundlagen für die gezielte Ableitung strategischer Handlungsempfehlungen. Es gilt, die Unternehmen und Regionen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen und den notwendigen Anpassungsprozessen zu unterstützen.